Rat rehabilitiert Opfer der Hexenprozesse

Beschluss bei drei Enthaltungen in öffentlicher Sitzung

 tha 6. Oktober 2015

Bad Saulgau - Der Gemeinderat Bad Saulgau hat in der Sitzung am vergangenen Donnerstag bei drei Enthaltungen die Rehabilitierung der in der Zeit der Hexenverfolgung des 16. bis 18. Jahrhunderts hingerichteten Menschen beschlossen. Laut Beschlussvorschlag gedenkt der Gemeinderat der Opfer, rehabilitiert sie und gibt ihnen damit im Namen der Menschenrechte ihre Ehre zurück.

Den fraktionsübergreifenden Antrag für die Rehabilitierung der Opfer der Hexenprozesse hatte Mitte Juli dieses Jahres die SPD-Stadträtin Doris Gaißmaier gestellt. In den Hexenverfolgungen in der Stadt Bad Saulgau gab es von 1518 bis 1731 mindestens 46 Hexenprozesse. In 29 Prozessen wurden die Angeklagten hingerichtet, zwei wurden aus der Stadt verbannt. Besonders bekannt wurden die beiden Hexenprozesse gegen Anna Persauer 1666 und 1672, die mit Folter und Enthauptung endeten.

"Aus heutiger Sicht sind die wegen Hexerei verurteilten Frauen und Männer im Sinne der Anklage für unschuldig zu erklären", heißt es in dem Antrag. Und weiter: In Zeiten der modernen Naturwissenschaften sei jedem einsichtig, dass ein Mensch nicht auf einem Besenstiel zum Hexensabbat fliegen oder mit Zauberei Wetterkatastrophen oder Krankheiten bewirken könne. Der Antrag beinhaltete eine moralisch-ethische Rehabilitierung.